Adresse des Kirchortes:

 

Maria Himmelfahrt

Bahnhofstraße 41

 

35708 Haiger


Die Geschichte der haigerer Katholiken

 

Unübersehbar steht die heutige evangelische Stadtkirche auf einem Hügel im Stadtzentrum Haigers. Schon 914 lesen wir, dass eine "ecclesia baptismalis", also eine Taufkirche, Hauptkirche eines großen Sprengels war.

 

Um die Jahrtausendwende wurde das Dekanat Haiger für die Erzdiözese Trier so bedeutsam, dass ein Neubau die alte Mutterkirche ersetzte. Diese Kirche wurde 1048 festlich eingeweiht. Die bedeutsamen Fresken in der Kirche stammen aus der zeit um 1490 und wurden durch glückliche Umstände erhalten. 1537 wurde im Gefolge der Reformation das lutherische Bekenntnis nach dem Grundsatz: "cuius regio, eius relgio" in Haiger eingeführt und seit diesem Datum treffen sich die evangelischen Mitchristen in dieser Kirche zu ihren Gottesdiensten.

 

Nach fast 350 Jahren, so lesen wir in zeitgenössischen Dokumenten, ist erstmals wieder von Katholiken in Haiger die Rede. 1898 wurde für Haiger und 17 benachbarte Dörfer ein Vikariat geschaffen, die Gesamtzahl der Katholiken betrug etwa 200.

 

Der Bau der Eisenbahnlinie nach Siegen und die wachsende Industrie brachten ausländische Arbeiter, vorwiegend Italiener, Kroaten und Polen in unsere Region. Durch diesen Zustrom von Arbeitskräften, vorwiegend Angehörige des katholischen Bekenntnisses, steig die Anzahl der Katholiken. Die Gottesdienste fanden in der Kapelle des 1892 erbauten Missionshauses statt. (Heute befindet sich hier das Pfarrbüro, die oberen Räume, einst Wohnungen für den jeweiligen Pfarrer, sind als Wohnräume vermietet). Der kleine Betsaal im Missionshaus genügte sehr bald nicht mehr den Bedürfnissen der Pfarrvikarie und so wurde 1928 der Grundstein für eine Kirche gelegt, deren Einweihung 1930 erfolgte.

 

Mit der sog. "Machtübernahme" durch die Nationalsozialisten 1933 begann auch für die Kirchengemeinde Haiger eine schwierige Zeit, z.B. Schließung der katholischen Gesellen-vereine oder Bedrängnis in der Ausübung der Seelsorge. Anfang 1945 wurde der Keller des Pfarrhauses zum Bunker, in dem sogar Kinderbettchen aufgestellt wurden, da die Luftangriffe sich verschlimmerten.

 

Am 12. März 1945, 15 Jahre nach der Konsekration, erfolgte ein verheerender Bombenangriff auf Haiger. Von der Kirche blieb nur eine Ruine übrig. Als "Notlösung" feierte man ab Dezember 1945 in der wieder hergerichteten Kapelle des ehemaligen Missionshauses die Gottesdienste, die bis zu diesem Zeitpunkt in der evangelischen Kirche stattfanden.

 

Als 1946 etwa 500 Vertriebene Haiger zugewiesen wurden, erhöhte sich schlagartig die Anzahl der katholischen Christen, da die Vertriebenen fast ausnahmslos Katholiken waren. Daher wurde unverzüglich der Wiederaufbau der zerstörten Kirche beschlossen und schon 1950 konnte in der im Rohbau befindlichen Kirche der 1. Gottesdienst gefeiert werden. Unter den schwierigen Bedingungen der Nachkriegszeit eine bewundernswerte Leistung.

 

1954 wurde die Pfarrvikarie zur Pfarrei erhoben. 1968 ein Jahr von der Wahl des

1. Pfarrgemeinderates, konnte das neue Pfarrhaus fertiggestellt und das ebenfalls neu erbaute Gemeindezentrum eingeweiht werden. 1978 wurde der Pfarreiverband Haiger / Fellerdilln gegründet. Seit 2013, 25 Jahre nach der letzten Renovierung, erfreuen sich die haigerer Katholiken an der gelungenen Erneuerung des Gotteshauses.